Gemeinde St. Stefan im Gailtal

Chronik

Geschichtliches

Die Marktgemeinde Feistritz im Rosental ist eine traditionsreiche Industriegemeinde. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden am Feistritzbach die ersten Eisenverarbeitungsstätten. Nicht nur die Wasserkraft war ausschlaggebend, dass in Feistritz im Rosental schon so früh Eisenverarbeitungsstätten entstanden sind, sondern es waren auch die Erzvorkommen im Bärental. Die bedeutendsten Betreiber der Eisenhämmer waren im 17. Jahrhundert Adam Gößnitzer und sein Sohn Mathias. Das Schloss in Feistritz im Rosental, welches auch als Gößnitzerhof bezeichnet wird, erinnert an diese bedeutende Familie. Die Eisenproduktion spezialisierte sich auf die Drahterzeugung. Schon im Jahre 1852 konnte man Spezialprodukte wie Weberkammdrähte und gekupferte Möbelfedern erzeugen.


©Andreas Kranzmayr


Gemeindewappen

Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde: 16. Juli 1990
Aussteller: Landesregierung/Landeshauptmann-Stv. Peter Ambrozy
Entwurf: Wilhelm Deuer
Graphik: Alexander Exax
Beschreibung: In Grün, auf einem silbernen Amboss schreitend, ein rot bezungter und rot bewehrter silberner Bär mit links geschulterter silberner Lanze.
Fahne: Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen

Erläuterungen: Die Marktgemeinde Feistritz im Rosental liegt am Austritt des gleichnamigen Baches aus den Vorbergen der Karawanken eingebettet zwischen der südlichsten Gebirgskette Österreichs mit ihrer höchsten Erhebung, dem Hochstuhl (2237 m), und der in diesem Bereich des Rosentales zum Zwecke der Energiegewinnung aufgestauten Drau. Neben der Landwirtschaft spielte seit der frühen Neuzeit die Eisenverarbeitung eine wichtige Rolle, die 1840 in der Gründung eines der modernsten Drahtwalzwerke Mitteleuropas durch Ferdinand Graf Egger gipfelte. Das 1906 an die Krainische Industrie-Gesellschaft verkaufte Werk wurde zwar 1933 stillgelegt, doch bestand an seiner Stelle von 1940 bis 1998 die Akkumulatorenfabrik Leopold Jungfer weiter, deren Produkte Weltruf hatten („Bären-Batterie“). In letzter Zeit profiliert sich die Gemeinde zusehends auch im Fremdenverkehr und hat sich das Epitheton einer „Rosengemeinde“ zugelegt. Durch das Bärental und die Klagenfurter Hütte (1660 m) hat die Gemeinde schon früh am Alpinismus teilhaben können. Die politische Gemeinde hat sich zunächst 1850 unter dem Namen Suetschach konstituiert. Sie blieb in ihren Grenzen mehr als 120 Jahre unverändert, wurde jedoch schon 1851 in Feistritz umbenannt. 1973 ist durch die Zusammenlegung von Feistritz und Weizelsdorf die neue Gemeinde Feistritz im Rosental entstanden, der 1996 das Recht zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde verliehen wurde.

Das Wappen widerspiegelt verschiedene Facetten der Gemeindegeschichte und -gegenwart: Der silberne Bär steht sowohl für das bei Bergwanderern geschätzte Bärental als auch für die leider bereits Geschichte gewordene lokale Produktion der „Bären-Batterie“. Außerdem fällt die Häufung von Tiernamen in den örtlichen topographischen Bezeichnungen auf (neben dem Bärental Gansdorf = St. Johann, Hundsdorf oder Rabenberg). Der Amboss symbolisiert die Jahrhunderte zurückreichende örtliche Eisenindustrie, und die Lanze ist ein Attribut des Kirchen- und Pfarrpatrons von Suetschach, des heiligen Lambert. Dieser um 635 geborene Märtyrer war Bischof von Maastricht und Glaubensbote von Brabant, als er um 705 in seinen Amtsräumen mit einer Lanze ermordet wurde. Sein Patrozinium kommt im Ostalpenraum mehrfach vor und wurde vor allem von den Eppensteinern gefördert (Kloster St. Lambrecht).

Quelle: Wilhelm Deuer, Die Kärntner Gemeindewappen, Klagenfurt (Verlag des Kärntner Landesarchivs) 2006, 84f.